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Die Tonaufzeichnung von Phonograph bis MP3.

Musik ist für uns heute ein selbstverständlicher Bestandteil des Alltags.
Ob in der eigenen Wohnung, in Geschäften, in Restaurants, in der Disco oder im Club - unterwegs im Auto, oder mit einem tragbaren MP3-Player oder Walkman. Wir sind scheinbar überall mehr oder weniger freiwillig von der eigenen und der Musik Anderer umgeben. Ein Hauptgrund dafür liegt in der technischen Entwicklung, ohne die unser heutiges Leben und natürlich auch unsere Musik nicht mehr vorstellbar wären.
Die Musik selbst gäbe es auch ohne die moderne Technik und die verschiedenen Wunderwerke der Unterhaltungselektronik. Ihre Verbreitung und ihre Verfügbarkeit wurden dadurch jedoch revolutioniert.

Das bewusste, rhythmische Erzeugen von Tönen - durch Gesang, Pfeifen, Klatschen, Stampfen, mit oder ohne Instrumente - ist dem Menschen wohl seit jeher bekannt. Jede uns bekannte menschliche Kultur oder Gesellschaft der Geschichte hatte ihre eigene Form der Musik. Besonders die frühen Varianten standen dabei oft in einem engen Zusammenhang mit kultischen Handlungen.
Daneben erfüllte Musik aber auch schon früh die verschiedensten anderen Funktionen. Sie verband eine Gruppe und sprach gleichermaßen zu jedem Einzelnen. So unterschiedlich wie die Individuen und die Kulturen waren dabei auch ihre Klänge und Töne.

Unsere heutige Bezeichnung "Musik" leitet sich aus dem griechischen "musike" und dem, davon abstammenden, lateinischen "musica" ab. Die Griechen der Antike verstanden unter "musike" jedoch noch einen viel weiter reichenden Bereich des Musischen. Das Wort beschrieb für sie nicht nur Musik, sondern auch Tanz und Poesie. (Und genauso wie sich unser Gebrauch des Wortes von seinem Ursprung unterscheidet, ist es nicht für alle Sprachen selbstverständlich, überhaupt einen vergleichbaren Begriff zu kennen.)

Von ihrer Entstehung bis zum Ende des 19. Jahrhunderts war Musik immer auch unmittelbar mit einem Menschen, einem Musiker, verbunden. Ein Künstler unterhielt mit seiner Darbietung seine Zuhörer lediglich für eine bestimmte Zeitspanne und an einem bestimmten Ort. Entweder sang oder spielte man also selbst, oder man musste sich als Zuhörer mit dem Gesang und der Musik seiner Mitmenschen, mit öffentlichen Auftritten und Konzerten begnügen. Auf die Art der Musik oder den Künstler hatte der Zuhörer dabei nur begrenzten Einfluss. Für ein Phänomen wie den uns heute bekannten "Popstar" bedurfte es der Möglichkeit, überall und zu jeder Zeit auf gespeicherte Tonaufnahmen zurückgreifen zu können.
Den Grundstein hierfür legte Thomas Alva Edisons Erfindung des Phonographen (1877). Aber auch danach erforderte es erst noch zahlreicher anderer Erfindungen und Weiterentwicklungen, damit Musik uns heute überall wie selbstverständlich umgeben kann.

Edisons Phonograph fing beliebige akustische Signale mit einem Schalltrichter ein. Die Schallwellen bewegten eine Nadel, die dann spiralförmig Rillen auf eine, mit einer geeigneten Masse (zum Beispiel Wachs) überzogene, Walze ritzte. Ein anschließendes Abspielen machte die Töne dann wieder hörbar.
Sollte das Gerät ursprünglich noch vor allem zur Aufnahme von Sprache dienen, so stellte sich aber sehr bald auch seine Fähigkeit für die Aufzeichnung von Musik heraus.

An eine Massenproduktion von Tonträgern war mit dem Phonographen jedoch noch nicht zu denken, denn jedes Gerät produzierte nur eine einzige Walze. Für eine Aufnahme konnten zwar mehrere Geräte nebeneinander aufgestellt werden, dabei war die Anzahl der Geräte jedoch immer durch den zur Verfügung stehenden Raum begrenzt. Die fertigen Walzen zu kopieren war nicht möglich. Die schlechte Tonqualität wirkte wie ein unfreiwilliger Kopierschutz. Wollte man dennoch eine große Anzahl von Aufnahmen herstellen, musste ein Musikstück immer und immer wieder neu eingespielt werden.

Die Ablösung der Walze durch eine Scheibe und der Einsatz von neuen Materialien sorgten hier bald für eine Verbesserung. Hartgummi und wenig später Schellack wurden zum Grundstoff der neuen "Schallplatte", die maschinell von einer wieder verwendbaren Matrize gepresst werden konnte. Das Grammophon (1887) von Emil Berliner wurde zum Vorläufer des späteren Plattenspielers und tragbare Koffergeräte sorgten schon jetzt für den "mobilen" Musikgenuss.

Der Antrieb der ersten Abspielgeräte - sowohl des Phonographen, wie auch des Grammophones - bestanden anfänglich noch aus einer, durch eine Handkurbel aufgezogenen, Feder. Ließen der knisternde und kratzende Klang der frühen Sprach- oder Musikaufnahmen das Original nicht ohnehin nur erahnen, begannen die Geräte so auch noch nach kurzer Zeit zu leiern.
Die aufkommende allgemeine Elektrifizierung und die Einführung von Elektromotoren verbesserte die Zuverlässigkeit der Apparate dann bald soweit, dass schon im ausgehenden 19. Jahrhundert Münzgeräte für öffentliche Räume entstanden. Und durch den elektrischem Strom konnte man den Grammophonen nun auch einen "Verstärker" hinzufügen.

RCA Victor Red Seal Records: Mendelssohn Scotch Symphony Number 3 in A Minor Opus 56 - Chicago Symphony Orchestra - Artur Rodzinski conductor Auch die Entwicklung der Tonträger ging schnell voran: die Schellackplatten erhielten beschriftete Papieretiketten, die Spielzeit wurde verlängert und bald nutzte man auch die, zuvor noch unbespielte, Rückseite für Musik. Bei der Tonaufnahme ersetzte das elektromagnetische das rein mechanische Aufnahmeverfahren, wodurch sich der Klang immer mehr verbesserte.
Neue Firmen wurden gegründet, die sich nicht mehr hauptsächlich mit der Herstellung von Geräten beschäftigten, sondern sich ganz auf das Geschäft mit den Tonträgern konzentrierten. (Alleine in Deutschland gab es um 1914 auf diesem Gebiet schon knapp 500 konkurrierende Firmen.)
Der junge italienische Tenor Enrico Caruso (1873-1921) gehörte zu den ersten Sängern, die so durch die massenhafte Verbreitung ihrer Tonaufnahmen zu Weltstars wurden.

Weitere Informationen:

Braun SK 2/2 Zusätzlich zum Grammophon versorgte ab den 1920er Jahren auch der aufkommende Rundfunk die Menschen mit Musik.
Das Radio war nicht wirklich neu. Besonders während des Ersten Weltkriegs hatte es als militärisches Kommunikationsmedium seinen Durchbruch erlebt.
Doch in der zivilen Gesellschaft prägten vor allem noch die technikbegeisterten Bastler mit ihren selbstgebauten Detektorradios und Kopfhörern die Welt des Rundfunks. Durch den Anstieg der privaten Nutzerzahlen wurde das konzentrierte Abhören vereinzelter Meldungen durch ein offizielles Rundfunkprogramm abgelöst. Das Radio wurde zu einem Massenmedium. Der Rundfunkempfänger bekam einen Lautsprecher und wurde neben dem Grammophon, als luxuriöse "Musiktruhe" oder einfacher "Volksempfänger", zum Mittelpunkt des heimischen Wohnzimmers.
Anfänglich vor allem ein Unterhaltungsmedium, wurde das Radio wenig später mit seinen Nachrichten für die Hörer zu einer wichtigen Informationsquelle. Besonders in Deutschland gaben Literatur, klassische Musik und Hörspiele dem Programm dabei einen starken Bildungsanspruch, während sich zum Beispiel in den USA schnell auch kommerzielle Sender mit einem leichteren Programm etablierten.
Ob nun in seiner europäischen, staatlichen und bildungsbürgerlichen Form, oder als privater Rundfunk, das Radio erreichte schon bald fast überall sehr schnell eine rasant wachsende Zahl von Zuhörern.

Während das Radio sich einer ansteigenden Beliebtheit erfreute, zog die Weltwirtschaftskrise 1929 die anderen neuen Medien stark in Mitleidenschaft. Der Markt für Grammophone und Schallplatten brach ein. Bis zum Ende der 20er Jahre hatte sich eine Unterhaltungsindustrie zu einem Wirtschaftszweig mit Millionenumsätzen entwickelt. Nun wurden auch dort viele Angestellte und zahlreiche professionelle Musiker arbeitslos.

Im Laufe der 30er Jahre begann die Wirtschaft schließlich erneut zu wachsen. Bars, Nachtclubs und Restaurants florierten wieder - speziell in den USA auch durch den Wegfall der Prohibition, die mit ihrem Alkoholverbot dem öffentlichen Leben mehr geschadet als genutzt hatte.
Dieses neu erstarkte öffentliche Leben machte jetzt eine neue Form des Musikkonsums endgültig populär, die bereits 1927 eingeführte Juke Box.
Die Hersteller dieser Münzgeräte, wie die Automatic Music Company oder die Rudolph Wurlitzer Company, hatten ursprünglich mechanische Klaviere und andere automatische Musikinstrumente gebaut. Aus der Holzoptik ihrer klingenden Möbel entwickelten sich nun die, mit bunt leuchtenden Kunststoffblenden verzierten und später in Chrom glänzenden, Juke Boxen. Durch ihr modernes Design besaßen diese Geräte, selbst ohne Musik, schon einen Unterhaltungswert.
Obwohl sie heute gerne vor allem mit dem Zeitalter des Rock 'N' Roll in Verbindung gebracht werden, begann die große Zeit der Musikboxen bereits in den 30er und 40er Jahren. Und noch heute sind sie, den verschiedenen neueren Tonträgerformaten angepasst, ein wichtiger Bestandteil vieler Gaststätten und Kneipen.

In den 30ern kamen dann auch die ersten Tonbandgeräte, wie das Magnetophon der Badischen Anilin- und Soda- Fabrik AG (BASF), auf den Markt.
Die für diese Geräte verwendeten Magnetbänder eigneten sich zum Abspielen und sogar zum eigenen Aufnehmen von Sprache und Musik. Mit fortschreitender Verfeinerung etablierten sie sich bei Privat- und Profi-Anwendern, manchmal auch als Alternative zur Schallplatte.

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