Kalifornien und die Surf Music.
Mit dem Rock 'N' Roll hatte die Jugend Amerikas ihre eigene Musik bekommen. Die "Teenager" waren jetzt eine hart umworbene Zielgruppe. Tanzen, Mädchen, Motorräder und schnelle Autos - das waren Freizeitbeschäftigungen, die oft und gerne auch in der Popmusik auftauchten.
Aus dem sonnigen Kalifornien mit seinen langen Pazifikstränden kam aber noch eine andere neue Mode. Die wirklich "hippen" Jungs stürzten sich jetzt auf dem Surfboard in die Wellen. Und dass sich dort immer mehr junge Mädchen im neuen "Bikini" am Strand zeigten, wirkte auch nicht gerade abschreckend. Es fehlte nur noch die passende Musik.
Die Instrumental-Hits von Sandy Nelson ("Teen Beat", 1959) oder The Ventures ("Walk - Don't Run", 1960) füllten zu dieser Zeit die Tanzflächen in ganz Amerika. Dick Dale kreierte daraus seinen eigenen Surf Guitar Sound und wurde zum ersten (noch kleinen) Star der neuen Musik.
Für den landesweiten Durchbruch des Surfens sorgten im Frühjahr 1963 die Beach Boys mit ihrer Hitsingle "Surfin' U.S.A.". Wie kaum einem Zweiter gelang es Brian Wilson, dem begnadeten Kopf der Band, die Wünsche und Träume der jugendlichen Musikfans auf ein Ziel zu fokussieren: Kalifornien.
Im Gegensatz zu Wilson war Jan Berry, zusammen mit seinem Partner Dean Torrence, wirklich kein Neuling mehr. Schon als Jan & Arnie hatten sie 1958 mit "Jennie Lee" ihren ersten Hit gelandet. Als sich Berry für die Single "Surf City" dann jedoch auch noch Brian Wilson als Co-Autor an Bord holte, war schon nach der ersten Zeile ("Two Girls For Every Boy") klar, dass man hier wirklich auf Gold gestoßen war. Dean Torrence revanchierte sich dafür später durch den Leadgesang bei "Barbara Ann".
Leider wurde die Karriere von Jan & Dean vorzeitig beendet, als Berry 1966 mit seinem Sportwagen ungebremst einen geparkten Laster rammte. Er überlebte, konnte durch seine schweren Verletzungen bis in die 70er Jahre hinein aber nicht mehr arbeiten. Rückblickend wirkte ihr Hit "Dead Man's Curve" jetzt wie eine makabere Prophezeiung. Torrence versuchte zunächst den Namen des Duos alleine am Leben zu erhalten, wechselte aber bald erfolgreich in den Beruf des Grafikers über.
Die großen Hits der Surf Music:
- Dick Dale: "Let's Go Trippin'" (1961)
- Chantay's: "Pipeline" (1963)
- The Surfaris: "Wipe Out" (1963)
- Jan & Dean: "Surf City" (1963)
- Jan & Dean: "Drag City" (1963)
- Jan & Dean: "Dead Man's Curve" (1964)
- Jan & Dean: "The Little Old Lady From Pasadena" (1964)
- The Rivieras: "California Sun" (1964)
- The Hondells: "Little Honda" (1964)
- Ronny & The Daytonas: "G.T.O." (1964)
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