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Sam Cooke (22.01.1931 - 11.12.1964)
Die Alben (Empfehlungen):
- Night Beat (RCA, 1963)
- The Man Who Invented Soul (RCA, 2002)
Sam Cooke wuchs als eines von acht Kindern eines Baptistenpredigers in Chicago auf. Schon als Teenager entwickelte er sich, nach den ersten Auftitten in der väterlichen Kirche, zu einem erfolgreichen Gospel-Sänger und zum Frontmann der Soul Stirrers. Und noch bevor er auch nur eine einzige Aufnahme unter seinem eigenen Namen veröffentlicht hatte, machten die gemeinsamen Auftritte Sam Cooke bereits zum Star.
Der moderne Rhythm & Blues hatte zwar bereits einige - auch für Weiße geeignete - Blues- und Rock 'N' Roll-Stars hervorgebracht, Cooke begeisterte durch sein gepflegtes, gottesfürchtiges Auftreten und seine samtweichen Stimme jedoch nicht nur die Jugend, sondern auch gleich noch ihre Eltern.
1957 erschien seine Aufnahme der Eigenkomposition "You Send Me" bei der kleinen Plattenfirma Keen Records. Der Song eroberte die Spitze der R&B- und Popcharts und wurde zum Millionenseller und durch eine einzige erfolgreiche Single als Solist war er zum großen neuen Hoffnungsträger der schwarzen Musik aufgestiegen.
Mit RCA Victor rief bald ein großer Unterhaltungskonzern, der unter anderem schon Elvis Presley erfolgreich zum Weltstar aufgebaut hatte. Presley hatte den wilden Rock 'N' Roll zu diesem Zeitpunkt gegen eine Erwachsenen-freundlichere Popmusik eingetauchst und auch ohne jemals seine Wurzeln und seine Integrität als "schwarzer" Sänger zu verleugnen oder zu verlieren, etablierte sich Cooke bald als beständiger Hitlieferant in der Tradition von Nat King Cole. Besonders die Singles "Chain Gang" (1960), "Twistin' The Night Away" (1962) und "Another Saturday Night" (1963) schlugen ganz Amerika in ihren Bann.
Seiner Rolle als Vorreiter des neuen selbstbewußten Afro-Amerikaners entsprechend, baute der Geschäftsmann Cooke seinen eigenen Musikverlag auf und sicherte sich so schon früh eine für damalige Verhältnisse ungewöhnliche, künstlerische und wirtschaftliche Unabhängigkeit von seinem Arbeitgeber.
Für die von ihm gegründete Plattenfirma SAR nahm er auch seine frühere Band The Soul Stirrers (nun mit den späteren Stars Johnny Taylor und Bobby Womack) unter Vertrag.
Cookes eigenes Repertoire war jetzt breit gefächert und trug doch immer seine unverkennbare Handschrift. Blues, Gospel, Cha Cha Cha oder Twist, egal was er auch aufnahm, es wurde ein Erfolg und der Sänger öffnete immer neue Hörer- und Käuferschichten für die schwarze Popmusik.
Selbst stets auf der Suche nach neuen Einflüssen und künstlerischen Ausdrucksmöglichkeiten, orientierte sich Cooke bald sogar an der neuen Folk-Szene um Bob Dylan.
Mit "A Cange Is Gonna Come gelang ihm als Autor dabei sein wahrscheinlich größter Wurf. Wie der Busboykott in Birmingham, Alabama, der Million Men March und Martin Luther Kings berühmte Rede "I Have A Dream..." zeugte das Stück vom neuen Selbstbewußtsein der Afro-Amerikaner.
Im Privatleben hatte Cooke jedoch wohl öfter Schwierigkeiten, den hohen Idealen, die er nach Außen verkörperte, auch selbst zu entsprechen.
Die Umstände seines Todes bleiben rätselhaft. Am 11. Dezember 1964 wurde Sam Cooke in Los Angeles von einer Hotelmanagerin erschossen. Die Frau erklärte, in Notwehr gehandelt zu haben, als der Sänger sie angegriffen und zu vergewaltigen versucht habe. Auch das Gerichtsverfahren konnte nie wirklich aufklären, was in dieser Nacht wirklich geschah.
Von seinen Fans und weiten Teilen des schwarzen Amerikas wurde Cookes Tod mit Entsetzen aufgenommen. Die Single "Shake"/"A Change Is Gonna Come" wurde zu seinem letzten Hit, aber viele junge Sänger übernahmen seine Kompositionen und trugen die von ihm mitbegründete Soulmusic weiter. |