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Wenn man es sachlich und gefühllos betrachtet, ist Musik eigentlich auch nur ein Konsumartikel. Der potentielle Käufer soll zum Erwerb eines Produkts (LP, CD, MC oder Download) bewegt werden. Und wenn alles glatt läuft, die Qualität und das Image stimmen, dann greift die Zielgruppe nicht nur einmal zu, sondern immer wieder.
Wenn sich also eine Band schon seit mehr als vier Jahrzehnte an der Spitze der internaltionalen Unterhaltungsindustrie hält, haben wohl nicht nur die für Produktion und Qualitätskontrolle Verantwortlichen, sondern auch das Marketing ganze Arbeit geleistet.
Bei den Rolling Stones ist das eindeutig der Fall. Seit ihren Anfängen legten die Herren Jagger, Richards, Watts, Wyman und Jones (später dann auch Taylor und Wood) nicht nur großen Wert auf das eigene Erscheinungsbild, auch ihre Schallplatten erschienen stets in edlem Gewann. Die aufwendige Hülle für das 1971 veröffentlichte Album Sticky Fingers entwarf beispielsweise niemand geringeres als Andy Warhol.
Das seit etwa der selben Zeit mit jeder Veröffentlichung und Tournee verbundene und auf unzähligen Stickern, Buttons usw. verwurstete Zungen-Logo stammt jedoch entgegen anders lautender Gerüchte nicht vom legendären Mitgründer der Pop-Art.
Das berühmte Markenzeichen der Rolling Stones geht in Wirklichkeit auf den Grafiker/Künstler John Pasche zurück. Das Vorbild für die eindrucksvoll geschungenen Lippen war nicht - wie eigentlich naheliegen würde - Mick Jagger. Inspiriert wurde Pasche dazu durch ein Bildnis der indischen Göttin Kali.
Neben Pasche entwarf zu Beginn der 1970er Jahre auch der Grafiker Ruby Mazur eine Zunge für die Stones. Sein Entwurf für die Hülle der Single Tumbling Dice (1972) wurde in den Siebzigern zu so etwas wie der Standardkleidung für die Single-Veröffentlichungen der Gruppe.
Zu jenen Platten, die zu jener Zeit doch eine individuelle Ummantelung spendiert bekamen, gehörte unter anderem die im Sommer 1973 veröffentlichte Hit-Single Angie. |