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Rock 'N' Roll - Elvis, Teenager und der Beginn einer neuen Zeit (Teil 3).

In seinen Anfangstagen war der Rock 'N' Roll noch eine reine Tanzmusik. Auf dem Etikett der Platten war die Angabe des geeigneten Tanzes ein genauso normaler Bestandteil wie der Name des Künstlers. Neben den zahlreichen Sängern war es deshalb für viele Musiker - in der Tradition der Tanzorchester - selbstverständlich, auch mit reiner Instrumentalmusik berühmt zu werden.
Zu den bekanntesten Vertretern dieser Musik zählen heute Duane Eddy, Link Wray und Bill Black. Aber auch erfahrene Studiomusiker und einige junge Rockbands schafften den Sprung ins Rampenlicht - meist jedoch nur für einen Hit:

  • Bill Justis: "Raunchy" (Phillips, 1957)
  • Sander "Sandy" Nelson: "Teen Beat" (Original Sound, 1959)
  • The Rock-A-Teens: "Woo-Hoo" (Roulette, 1959)
  • The Royaltones: "Poor Boy" (Jubilee, 1958)
  • The Ventures: "Walk - Don't Run" (Dolton, 1960)
Selbst der große Hit der Champs ("Tequila", 1958) aus Los Angeles war, trotz des mehrfach - als eine Art Refrain - wiederholten Titels, eigentlich ein Instrumentalstück.

[Regisseur Quentin Tarantino outete sich als großer Fan des amerikanischen Instrumental-Rock, als er Link Wrays Hit "Rumble" in seinem Film Pulp Fiction verwendete und sich für Kill Bill das "Woo-Hoo" der Rock-A-Teens aussuchte.]

Die Herzen der weiblichen Teenager schlugen aber auch in den 50er Jahren schon besonders stark für gut aussehende, junge Sänger. Die Musikindustrie reagierte deshalb schnell. Zahlreiche Produzenten und Komponisten stickten bald am Erscheinungsbild und den Hit-Singles zahlreicher neuer Sänger und Bands. Unter den ersten, die in den USA als so genannte "Teen-Idols" berühmt wurden, waren Pat Boone, Tommy Sands ("Teenage Crush", 1957), Frankie Avalon ("Dede Dinah", 1958) und Jimmy Clanton ("Just A Dream", 1958).
Das Vorbild all dieser jungen Sänger war eindeutig Elvis Presley. Ihre eigene Karriere überdauerte jedoch meistens nur wenige Hit-Singles.

Auch den Erfolg Doo-Wop konterte die Musikindustrie schnell mit neuen, weißen Gesangsgruppen. Erfolgreiche Bands hatte es mit The Ames Brothers ("The Naughty Lady Of Shady Lane", 1954) oder The Crew-Cuts ("Sh-Boom", 1954) schon vorher gegeben. Aber besonders The Chordettes ("Mr. Sandman", 1954 und "Lollipop", 1958) passten sich bald gekonnt dem veränderten Geschmack an. Und Danny & The Juniors ("At The Hop", 1957), The Royal Teens ("Short Shorts", 1958) oder Dion & The Belmonts wurden schließlich ganz auf die Zielgruppe der jungen, rock-'n'-roll-begeisterten Teenager abgestimmt.

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