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Rock 'N' Roll - Elvis, Teenager und der Beginn einer neuen Zeit (Teil 2).

Nach dem Blues wurde auch der afroamerikanische Anteil am frühen Rock 'N' Roll - neben Fats Domino und Little Richard - wieder stark von Chess Records in Chicago mitgeprägt.
Das Label hatte mit Chuck Berry und Bo Diddley gleich zwei Künstler unter Vertrag, von denen zumindest einer sofort ein wirklich großes, schwarzes wie weißes, Publikum ansprechen konnte.
Trotz des Erfolgs dieser schwarzen Musiker, wirkte der erste erfolgreiche Vertreter des weißen Rock 'N' Roll, Bill Haley, für das bürgerliche Publikum sehr viel solider und zugänglicher.

Ob nun Haley (wie oft behauptet wird) oder ein Anderer den Rock 'N' Roll "erfunden" hat, lässt sich nicht zweifelsfrei klären, handelt es sich dabei doch eher um eine Entwicklung, denn um eine wirkliche Erfindung.
Tatsache ist jedoch, dass neben all den Liedern, die zu Klassikern wurden, besonders der Name Elvis Presley mit der Geburt der Rockmusik in Verbindung gebracht wird.
Die Bedeutung von Presley und seinem ersten Arbeitgeber Sun Records für den Rock 'N' Roll war gewaltig. In den 50er Jahren war die Plattenfirma eine wahre Hochburg des Rockabilly, jenem Gemisch aus schwarzem Rhythm & Blues und weißer Countrymusic.
Neben Elvis Presley standen mit Johnny Cash, Carl Perkins und Jerry Lee Lewis noch einige weitere Stars bei dem Label unter Vertrag. Durch dessen sensationellen Erfolg sahen sich bald auch andere Plattenfirmen genötigt, auf das gesteigerte Interesse an Rock 'N' Roll zu reagieren.
Gestartet mit dem Makel des Nachahmers, gelang es den jungen Musikern Gene Vincent, Eddie Cochran, Buddy Holly und Rick Nelson aber bald aus dem Schatten ihres vermeintlichen Vorbildes herauszutreten.

Wanda Jackson: Let's Have A Party / Cool Love [Capitol] Zu den wichtigsten Vertretern des Rockabilly zählten neben den zahlreichen Stars, die bei Sun Records ihre Karriere begannen, auch Musiker und Bands wie Charlie Feathers oder The Johnny Burnette Trio ("The Train Kept A-Rollin'", 1956). Außer ihrer regionalen Berühmtheit und bei einem eingeschworenen Publikum, hatten sie mit ihrer Musik jedoch nur wenig Erfolg. Erst später machten zum Beispiel Dorsey Burnette ("(There Was A) Tall Oak Tree", 1960) und sein Bruder Johnny Burnette ("You're Sixteen", 1960) dann auch landesweit von sich Reden.
Auch Roy Orbison gehörte mit seiner Single "Ooby Dooby" (1956) für Sun Records noch nicht zu den Stars des Genres. 1958 wurde jedoch zunächst seine Komposition "Claudette" für die Everly Brothers zu einem Hit. Erst als die Brüder dann 1960 "Only The Lonely" ablehnten, schlug endlich auch für Orbisons eigene Karriere die große Stunde.
Die wirklich erfolgreichen Rockabilly-Künstler hießen Boyd Bennett ("Seventeen", 1955), Buddy Knox ("Party Doll", 1957), Jimmy Bowen ("I'm Stickin' With You", 1957) und Dale Hawkins ("Susie-Q", 1957). Und durch die Sängerinnen Jean Chapel ("I Won't Be Rockin' Tonight", 1956) und Wanda Jackson ("Let's Have A Party", 1960) erhielt der Rockabilly bald sogar eine weibliche Stimme.

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