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Rhythm & Blues - Doo Wop und die Anfänge der Soul Music.

Nach dem Blues und dem, in den 1920er Jahren durch Reverend Gary Davis bekannt gewordenen, Gospel wurden in den 50er Jahren auch andere afroamerikanische Musikstile immer populärer.
Schon Louis Jordan und Big Joe Turner hatten keinen klassischen Blues oder Jazz mehr gespielt. Zusammen mit Musikern wie Wynonie Harris ("Good Rockin' Tonight", 1948) legten sie mit ihren Hits endgültig den Grundstein für die späteren Erfolge der schwarzen Rock-'N'-Roll-Musiker Fats Domino und Little Richard.

Mit dem Doo-Wop kam zudem eine neue Musikrichtung in Mode, durch die Afroamerikaner sich endlich in den Pop-Charts etablierten. Schon in den 30er Jahren hatten die Ink Spots ("My Prayer" und "Whispering Grass") ganz Amerika begeistert. Ihrem Vorbild folgten jetzt zahllose mehrstimmigen, männliche Gesangsgruppen, die bald mit ihren schmachtenden Liebesliedern die Hitlisten bestimmten.
Der Name "Doo-Wop" leitete sich dabei von den beständig wiederholten, sinnfreien Silben und Wortfetzen des Harmoniegesangs ab.

Die Doo-Wop-Stars der 50er:

  • The Cadillacs: "Speedoo" (Josie, 1956)
  • The Chords: "Sh-Boom" (Cat, 1954)
  • The Dells: "Oh, What A Night" (Vee-Jay, 1956)
  • The Falcons: "You're So Fine" (Unart, 1959)
  • The Five Keys: "Glory Of Love" (Aladdin, 1951)
  • The Five Satins: "In The Still Of The Night" (Ember, 1956)
  • The Flamingos: "I Only Have Eyes For You" (End, 1959)
  • Little Anthony & The Imperials: "Tears On My Pillow" (End, 1958)
  • Frankie Lymon & The Teenagers: "Why Do Fools Fall In Love" (Gee, 1956)
  • The Moonglows: "Sincerely" (Chess, 1955)
  • The Penguins: "Earth Angel (Will You Be Mine)" Dootone, 1954)

Die Hits von The Platters (Auswahl) Die mit Abstand berühmtesten Bands dieser Stilrichtung waren The Platters ("The Great Pretender", 1955) und The Drifters.
Die Platters standen bei Mercury Records unter Vertag. Die Plattenfirma aus Chicago, machte sich auch durch ihre berühmten Solisten Brook Benton ("It's Just A Matter Of Time", 1959), Phil Phillips ("Sea Of Love", 1959) und Dinah Washington ("This Bitter Earth", 1960) einen Namen in der Welt des Rhythm & Blues. Benton und Washington glänzten auch als Duo und zählten mit "Baby (You've Got What It Takes)" und "A Rockin' Good Way (To Mess Around And Fall In Love)" 1960 zu den erfolgreichsten Sängern.
Zu der äußerst beeindruckenden künstlerischen Belegschaft bei Atlantic Records (und deren Tochterfirma Atco) gehörten in den 50er Jahren neben den Drifters auch Ray Charles und zahlreiche andere Stars unter Vertrag.

Aber nicht nur die Doo-Wop-Gruppen und Solo-Künstler der R&B-Dynastien Atlantic und Mercury verfeinerten die unterschiedlichen Spielarten der afroamerikanischen Popmusik stetig weiter. Zahlreiche Sängerinnen und Sänger konkurrierten bei verschiedenen kleinen und großen Labels um die Zuhörer und eroberten jetzt auch immer öfter den Popmusikmarkt.
Für weite Teile des weißen Publikums kamen die schwarzen Sänger von einem anderen Stern. Noch steckte die Bürgerrechtsbewegung in den Kinderschuhen. Die afro-amerikanische Kultur existierte parallel zu der der weißen Bevölkerung, doch von einem wirklichen Miteinander war die Gesellschaft noch weit entfernt. Die Welt der schwarzen Musiker faszinierte, beängstigte aber auch Viele. Die "aufregende" Musik und der Lebensstil einger schwarzen Musiker trugen ebenfalls nicht unbedingt dazu bei, die Situation zu entschärfen:
Johnny Ace etwa beförderte sich am Heiligen Abend 1954 im Backstage-Bereich eines seiner Konzerte beim russischen Roulette selbst ins Jenseits. Jackie Wilson wurde 1961 von einem weiblichen Fan angeschossen und schwer verwundet. Chuck Berry sah sich mit einer Anklage wegen Förderung der Prostitution konfrontiert.
Die Lebensläufe dieser Künstler brauchten sich nicht vor denen späterer Gangsta-Rapper zu verstecken und trotzdem - oder besser, gerade deshalb - wurde der R&B immer beliebter.
Sowohl die Musiker als auch das Publikum begeisterten sich schnell für Neuerungen. Beinahe jede Woche kam eine neue Spielart oder ein neuer Tanz auf. Chubby Checkers "The Twist" (1960) war da nur ein Erfolg unter vielen.
Es sollte nicht mehr lange dauern, bis schließlich Musiker wie Ray Charles und Sam Cooke die Soulmusic schufen.

Die R&B-Stars der 50er:

  • Johnny Ace: "Pledging My Love" (Duke, 1955)
  • Gene Allison: "You Can Make It If You Try" (Vee-Jay, 1957)
  • Hank Ballard And The Midnighters: "Let's Go, Let's Go, Let's Go" (King, 1960)
  • Billy Bland: "Let The Little Girl Dance" (Old Town, 1960)
  • Bobby "Blue" Bland: "Farther Up The Road" (Duke, 1958)
  • Buster Brown: "Fannie Mae" (Fire, 1960)
  • James Brown: "Please Please Please" (Federal, 1956)
  • Jerry Butler & The Impressions: "For Your Precious Love" (Abner, 1958)
  • The Chantels: "Maybe" (End, 1958)
  • Dee Clark: "Nobody But Me" (Abner, 1959)
  • Sam Cooke: "You Send Me" (Keen, 1957)
  • Bobby Day: "Rockin-in Robin" (Class, 1958)
  • Bill Doggett: "Honky Tonk" (King, 1956)
  • Tommy Edwards: "It's All In The Game" (MGM, 1958)
  • Wilbert Harrison: "Kansas City" (Fury, 1959)
  • Etta James: "All I Could Do Was Cry" (Chess, 1960)
  • Little Willie John: "Fever" (King, 1956)
  • Jimmy Jones: "Handy Man" (Cub, 1960)
  • Smiley Lewis: "I Hear You Knocking" (Imperial, 1955)
  • Bobby Marchan: "There's Something On Your Mind" (Fire, 1960)
  • Johnny Otis: "Willie And The Hand Jive" (Capitol, 1958)
  • Lloyd Price: "Lawdy Miss Clawdy" (Speciality, 1952) und "Stagger Lee" (ABC, 1959)
  • The Shirelles: "Will You Still Love Me Tomorrow?" (Scepter, 1960)
  • Shirley & Lee: "Let The Good Times Roll" (Aladdin, 1956)
  • Huey "Piano" Smith: "Rockin' Pneumonia And The Boogie Woogie Flu" (Ace, 1957)
  • Larry Williams: "Short Fat Fannie" (Speciality, 1957)
  • Chuck Willis: "My Story" (Okeh, 1952)
  • Jackie Wilson: "Lonely Teardrops" (Brunswick, 1958)