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Ray Charles (23.09.1930 - 10.06.2004)
Die Alben (Empfehlungen):
- The Genius Of Ray Charles (Atlantic, 1959)
- Modern Sounds In Country And Western Music (ABC, 1962)
- Pure Genius: The Complete Atlantic Recordings (Rhino, 2005)
Dem Sänger, Pianisten und Bandleader Ray Charles Robinson gebührt - zusammen mit Sam Cooke und anderen R&B-Größen seiner Zeit - ein Hauptteil der Ehre und des Ruhms, die Musik des schwarzen Amerikas in der ganzen Welt populär gemacht und dabei den Stil kreiert zu haben, den nachfolgende Generationen als Soulmusic kennen- und liebenlernten.
Schon im Alter von sechs Jahren erblindete Charles an der Augenkrankheit Grüner Star. Doch auch wenn ihn das in der damaligen Zeit schon früh nicht nur als "schwarz", sondern auch noch als "behindert" abstempelte, gelang es dem musikalisch äußerst talentierten jungen Mann, sich als professioneller Musiker durchzusetzen. Die Fähigkeiten dazu eignete er sich - für die 30er Jahre sehr fortschrittlich - auf der Blindenschule in St. Augustine, Florida an.
Noch als Teenager zog er 1947 nach Seattle. Dort bekam er die Möglichkeit zu ersten eigenen Plattenaufnahmen und als Teil des Maxin Trios gelang ihm 1949 für Down Beat sogar ein richtig großer Hit ("Confession Blues"). Wenig später verließ Charles die Gruppe jedoch wieder und schaffte 1951 mit seinem "Baby, Let Me Hold your Hand" schließlich auch solo den Durchbruch in den landesweiten R&B-Charts.
Mit diesen ersten Erfolgen, noch in einem sehr an Nat King Cole orientiertem Stil und seinen gelegentlichen Gastspielen im Blues (u.a. bei Lowell Fulson) hatte er sich einen Namen gemacht, doch besonders das nun folgende Engagement bei Ahmet Erteguns aufstrebenden New Yorker Atlantic Records sollte ihn zum Star machen. Mit Hits wie "I Got A Woman" (1955) hatte er nun seine eigene Stimme gefunden. Einer Hit-Single folgte die nächste und "What'd I Say" (sein vierzehnter Top-Ten-Hit in den R&B-Charts und die vierte Nummer 1) schlug 1959 schließlich auch bei den weißen Plattenkäufern ein.
Bei Atlantic war er nur ein R&B-Star unter vielen, doch bei ABC-Paramount winkte jetzt ein Vertrag mit einem Unterhaltungskonzern, der ihm ganz andere Möglichkeit bieten konnte.
Schon zu seinen Zeiten bei Atlantic hatte Charles mit einer Version von Hank Snows "I'm Movin' On" Erfolg gehabt. Nun bediente er sich für seine Plattenaufnahmen gleichermaßen bei den großen Standards ("Georgia On My Mind", 1960), beim schwarzen R&B (Percy Mayfields "Hit The Road Jack", 1961) und bei der weißen Countrymusic (zum Beispiel Hank Williams' "Your Cheatin' Heart" oder "Busted", das schon für Johnny Cash ein Hit gewesen war).
Charles war jetzt über alle Rassenschranken hinweg ein gefeierte Star und entwickelte sich dabei immer mehr zu einem Liebling der Adult Contemporary-Sparte um Frank Sinatra.
1965 musste er jedoch eine kreative Pause einlegen, als ihn die Justiz wegen seiner mittlerweile aufgeflogenen Heroinabhängigkeit aus dem Verkehr zog. Ein Jahr später kehrte er mit der Single "Let's Go Get Stoned nicht nur auf die Bühne zurück, ihm gelang auch ein sensationelles Comeback in die schwarzen R&B-Charts.
Zunehmend integrierte er auch erfolgreich die Kompositionen der Beatles ("Yesterday", 1967 und "Elenor Rigby", 1968) in sein Repertoire, doch mit dem Beginn der 70er Jahre wurde es immer ruhiger um ihn.
Auf den Konzertbühnen der ganzen Welt blieb Ray Charles jedoch weiterhin ein Publikumsmagnet.
1989 katapultierte ihn die Zusammenarbeit mit Quincy Jones und Chaka Khan bei der Hitsingles "I'll Be Good To You" noch einmal ins Rampenlicht. Mit dem aktuellen Musikgeschäft hatte er jedoch nur noch wenig zu tun. Dafür wurde er nun immer öfter als wichtiger Wegbereiter der modernen Popmusik und besonders des Soul geehrt.
Am 10. Juni 2004 verstarb Ray Charles im Alter von 73 Jahren, kurz bevor die gelungene Verfilmung seiner Biographie Ray wieder für ein großes Interesse an ihm und seiner Musik sorgte. |