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Elvis Presley (08.01.1935 - 16.08.1977)
Die Alben (Empfehlungen):
- Elvis Presley (RCA, 1956)
- Elvis (RCA, 1957)
- Elvis' Golden Records (RCA, 1958)
- From Elvis In Memphis (RCA, 1969)
- On Stage (RCA, 1970)
- "I'm 10,000 Years Old" - Elvis Country (RCA, 1971)
- Aloha From Hawaii Via Satellite (RCA, 1973)
- The King Of Rock 'N' Roll: The Complete 50's Masters (RCA, 1992)
Elvis Aaron Presley wurde am 8. Januar 1935 in East Tupelo, Mississippi geboren und gilt entweder einfach als der "King Of Rock 'N' Roll", der erste Rockstar oder zumindest als eine der einflussreichsten Figuren der Popmusik.
Seine musikalische Karriere begann der Sänger aus einfachen Verhältnissen, nach einem Job als Fernfahrer, bei Sun Records in Memphis, Tennessee. Während seiner Jugend hatte sich Presley oft in den Schwarzenvierteln seiner Heimatstadt herumgetrieben und zeigte eine große Leidenschaft sowohl für Countrymusic als auch für Blues. In einer Zeit, in der es für schwarze Musik keine Selbstverständlichkeit war, auch weiße Zuhörer zu finden, war das für Labelbesitzer Sam Phillips eine viel versprechende Kombination. Von den ersten Demo-Aufnahmen bei Sun im Juli 1953, bis zu den ernsthaften Aufnahmen seiner ersten Platte sollte jedoch noch fast ein Jahr vergehen.
Die erste Single, mit Presleys Interpretationen von "That's All Right" des Bluesgitarristen Arthur "Big Boy" Crudup und "Blue Moon Of Kentucky" des Bluegrass-Erfinders Bill Monroe, stieß 1954 auf äußerst positive Reaktionen beim regionalen Radiopublikum. Schnell breitete sich sein Ruhm über die südlichen Bundesstaaten aus. Nach Tennessee eroberte Presley auch die Nachbarstaaten Arkansas und Mississippi. Sein Siegeszug verhalf ihm sogar zu einem Auftritt in der Grand Ole Opry, den heiligen Hallen der Countrymusic. Das schien jedoch nicht der richtige Ort für den jungen Mann mit seiner ungewohnten und anrüchigen Art von Musik und Bühnenshow zu sein. Das Publikum reagierte freundlich, doch Veranstalter Jim Denny riet ihm hinter der Bühne, es in Memphis doch besser weiter als Fernfahrer zu versuchen.
Dennoch lief Presley weiterhin, mit seiner aus Gitarrist Scotty Moore, Bassist Bill Black und dem Schlagzeuger D.J. Fontana bestehenden Band, vor allem unter dem Begriff Countrymusic und hatte 1955 mit "Baby, Let's Play House", "I Forget To Remember To Forget" und "Mystery Train" Erfolge in den Country-&-Western-Charts.
Zu dieser Zeit übernahm Colonel Tom Parker sein Management und verschaffte, dem immer populärer werdenden, Presley einen Plattenvertrag bei RCA. Mit einer großen Plattenfirma im Rücken, stand dessen Aufstieg zum weltweiten Teen-Idol mit Scharen kreischender junger Mädchen, Filmrollen und Rekord-Plattenverkäufen nun nichts mehr im Weg. In kürzester Zeit folgte eine Reihe von Hitsingles und Alben.
Elvis war dabei kein großer Komponist. Seine Hits waren fast ausnahmslos Interpretationen zeitgenössischer und älterer Country- und R&B-Stücke. Am Anfang seiner Karriere wurden besonders die Songs aus der Feder des Songwriter-Duos Jerry Leiber und Mike Stoller ("Hound Dog" und "Jailhouse Rock") und des afroamerikanischen Komponisten Otis Blackwell ("Don't Be Cruel" und "All Shook Up") durch ihn berühmt. Später waren es die Arbeiten der Komponisten Mac Davis ("In The Ghetto"), Mark James ("Suspicious Minds") oder auch Jerry Reed ("Guitar Man").
Neben den Rockabilly-Klassikern seiner Anfangstage und den zuckersüßen Popsongs der Hollywood-Phase gehörten aber auch stets ganz selbstverständlich zahlreiche traditionelle Gospel-Stücke zu seinem Repertoire.
Schon 1958, als Presley seinen Armeedienst antrat, schien die Karriere zu Ende zu gehen. Beinahe zwei Jahre musste er seine Laufbahn unterbrechen. Und sowohl er, als auch seine Plattenfirma, waren unsicher, ob nach dieser verhältnismäßig langen Zeit die Erfolgsgeschichte fortgesetzt werden könne.
Seine Fans hatten aber tatsächlich, auch durch eine gute Marketingarbeit, auf ihn gewartet. Ausgerechnet der große Frank Sinatra bot ihm dabei in seiner Fernsehshow die Möglichkeit sich den Massen in Erinnerung zu rufen.
In den 60er Jahren baute Presley dann erfolgreich seine Filmkarriere aus. Diese diente in vielen Fällen aber eher als gelungener Werbeträger für den Sänger und den jeweils begleitenden Soundtrack, als dass sie sein schauspielerisches Talent zum Vorschein gebracht hätte. (Der beste ist wohl Michael Curtizs 1958er Produktion King Creole.)
Die manchmal schon schockierend einfallslosen Drehbücher und die maximal durchschnittliche Musik verärgerten so manchen Fan der ersten Stunde und manchmal auch Elvis selbst. Vertraglich war er jedoch langfristig gebunden.
Tatsächlich waren die Filme anfänglich auch sehr erfolgreich. Aber das Erfolgsrezept zeigte mit der Zeit leichte Abnutzungserscheinungen.
Die Beatles und die neue Musikszene der 60er Jahre hatten Presley nicht vollständig verdrängt, aber dennoch ließen die Hits immer mehr nach. Pünktlich zum Auslaufen seines Filmvertrags wurde 1968 ein großer Comeback-Auftritt im Fernsehsender NBC arrangiert. Die Produktion zeigte Elvis in Hochform und auch die Musikauswahl entsprach wieder mehr dem, was man vom "King Of Rock 'N' Roll" erwartete.
In der Folge seines kommerziellen Comebacks kam es auch zu einer neuen kreativen Hochphase und zu den ersten Engagements in Las Vegas. Die dortigen Shows waren von Beginn an überaus populär. Auf der Bühne war Presley in seinem Element. Während seiner Zeit beim Film hatte es keine Konzerte gegeben, aber was eine gute Show ausmacht, das wußte Elvis.
Seine Bühnengaderobe wurde immer ausgefallener und die Rechnungen für die Jump-Suits wurden höher. Viele der Frauen im Publikum wollten wenigstens einen Seidenschals als Souvenir, wenn sie mit ihrem Idol schon nicht direkt in Körperkontakt kamen.
Weltweit blieb Presley durch seine Platten im Rampenlicht. Er tourte auch wieder ausgiebig durch die USA. Wollten jedoch seine Fans aus Übersee einen Blick auf ihn erhaschen, mussten sie entweder selbst ins Flugzeug steigen oder sich mit den Konzertfilmen That's The Way It Is (1970) und Elvis On Tour (1972) begnügen. Vermutlich auf den Druck des Colonels hin, verließ er nicht die USA.
Schließlich war es Hawaii, das man sich als Ausgangspunkt für eine aufwendige Satellitenübertragung aussuchte. Die Sendung erreichte 1973 über eine Milliarde Zuschauer in vierzig Ländern.
Mitte der 70er Jahre wurde es künstlerisch wieder ruhiger um Presley. Seine persönlichen Probleme (die Scheidung von Pricilla), seine "Burger-Diät" und sein Drogenkonsum rückten immer mehr in den Vordergrund. Seit seinem Album Elvis Country ("I'm 10,000 Years Old") (1971) spielte er sich jedoch auch wieder zunehmend in die Herzen des amerikanischen Countrymusic-Publikums. Mit "Moody Blue" hatte er Anfang des Jahres wieder die Spitze der C&W-Charts erobert, als er am 16. August 1977 auf seinem Graceland-Anwesen in Memphis verstarb.
In der Woche seines Todes erreichte die Single "Way Down" die Spitze der Charts.
Schon zu Lebzeiten - aber besonders seit seinem tragischen Tod - entwickelte sich Elvis Presley zu einer überlebensgroßen Ikone der Popkultur. Nicht ganz ohne Grund übertitelte seine Plattenfirma eine 1999 erschienene Zusammenstellung seiner größten Hits als Artist Of The Century.
Der Name "Elvis" hat, mittlerweile markenrechtlich geschützt, längst eine Bedeutung, die sich von der realen Person weitestgehend abgelöst hat. Ob nun die Berichte von Menschen, die ihn nach seinem Tod lebend gesehen haben wollen, die zahllosen Elvis-Imitatoren, seine unerschütterlichen Fans mit ihren Fanclubs und Pilgerfahrten nach Graceland, die unzähligen Bücher und Filme über sein Leben. Auch lange Zeit nach seinem Tod ist Elvis Presley auf unterschiedlichste Arten ein wichtiger Teil der Kultur.
Seine Musik, seine Karriere und auch seine Vermarktung dienen noch heute als Vorbild für unzählige junge Musiker. |