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Muddy Waters (04.04.1915 - 30.04.1983)
Die Alben (Empfehlungen):
- Muddy Waters At Newport (Chess, 1960)
- Hard Again (Blue Sky, 1977)
- His Best 1947 to 1955 (Chess, 2001)
McKinley Morganfield, besser bekannt als Muddy Waters, war die Personifizierung des Chicago Blues.
Zusammen mit den Menschen hatte auch die Musik des Mississippi-Deltas die Städte erreicht. Jetzt wurde sie generalüberholt. Muddy Waters und die anderen Stars machten den Blues urban, schroff und erfolgreich. Sein "Rollin' Stone" wurde 1963 zum Namensgeber einer jungen englischen Band und viele seiner eigenen Stücke, aber auch seine Versionen von Willie Dixons Songs, wurden zu weltberühmten Standards.
Geboren wurde Waters in Rolling Fork, Mississippi. Der talentierte Sänger und Gitarrist strebte mit seiner Musik eine ähnliche Karriere wie sein Idol Son House an. 1941 stieß Alan Lomax, auf der Suche nach neuen Künstlern für seine Aufnahmen für die Library of Congress, auf den jungen Musiker.
Damals genoss Waters schon einen gewissen Ruf als aufstrebender Bluesmusiker. Auch seine Aufnahmen für Lomax machten einigen Eindruck. Seine Karriere kam aber erst 1943 mit dem Umzug in die große Industriemetropole Chicago richtig in Schwung. Waters folgte damit Big Bill Broonzy, Sonny Boy Williamson [I], Arthur "Big Boy" Crudup und all den anderen, die schon nach Norden gezogen waren.
Seine ersten Aufnahmen für Columbia Records brachten immer noch keinen Erfolg, doch Aufnahmen für Aristocat, den Vorläufer von Chess, war 1947 ein besseres Schicksal beschienen. Waters entwickelte sich mit seiner Band, der zwischenzeitlich auch Little Walter, Junior Wells ("Little By Little", 1960), Jimmy Rogers ("Walking By Myself", 1957) und Otis Spann angehörten und dem omnipräsenten Willie Dixon zu einem beständigen Hitlieferanten. Für einige Zeit wurde er zur maßgeblichen Figur der Chicagoer Musikszene.
Mit dem Aufkommen des Rock 'N' Roll sank in den USA die Nachfrage für Blues, weshalb Waters ausgiebige Tourneen nach England unternahm. Der Folk-Boom und das neue Interesse des vorwiegend weißen Publikums bescherten ihm dann, unter anderem mit seinem Auftritt beim Newport Jazz Festival Anfang der 60er Jahre, neuen Auftrieb. Nun wurde er für Chess auch als Album-Künstler von immer größerer Bedeutung. Als 1959 mit The Best Of Muddy Waters seine erste Langspielplatte veröffentlicht wurde, war die Erfolgsgeschichte seiner Singles schon beendet.
Er besaß noch immer großen Einflusses und erfreute sich großer Beliebtheit. Die Chart-Erfolge früherer Zeiten ließen sich jedoch nicht mehr wiederholen. (Legendär ist der Bericht der Rolling Stones, die Waters während ihres ersten USA-Aufenthalts in den Chess-Studios getroffen haben wollten, während er sein Gehalt durch das Streichen der Decke aufbesserte.)
Die Zusammenarbeit mit Johnny Winter brachte für Waters 1977 nochmals einige vielbeachtete Alben. Doch besonders seine klassischen Singles aus den 50er Jahren hatten ihn für viele zum Idol werden lassen.
Sein Tod 1983 stellte für den Chicago Blues und alle anderen dadurch beeinflussten Arten der Popmusik einen schweren Schlag dar. |