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Folk - Lieder von einem harten Leben.

Etwas weniger erfolgreich als die Countrymusic war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine andere, zwar professionelle, aber relativ unspektakuläre Weiterentwicklung der amerikanischen Volksmusik: schlicht "Folk" betitelt.
Die Musikrichtung erhielt mit Woody Guthrie schon früh ihren prägenden Helden, sollte aber erst später auch kommerziell von Bedeutung werden.
Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts waren viele amerikanische Arbeiter, Bergleute und Farmer durch Missernten, Arbeitslosigkeit und Armut gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. Besonders während der Weltwirtschaftskrise zogen Männer, Frauen und ganze Familien auf der Suche nach Arbeit und einem neuen Zuhause umher.
Man bezeichnete diese Menschen als "Hobos". Zu Fuß oder als blinde Passagiere auf Güterzügen reisten sie von einem Ort zum anderen. Manchmal fanden sie Arbeit, meistens wurden sie jedoch als Landstreicher abgewiesen. Auch wenn das Leben der Hobos heute manchmal romantisiert wird, das heimliche Aufspringen auf Eisenbahnzüge und Konflikte mit der örtlichen Polizei waren lebensgefährlich.

Erst mit der Politik des "New Deal" unter Präsident Franklin Delano Roosevelt (1882-1945) besserte sich die Situation der arbeits- und heimatlosen Menschen. Der Staat griff jetzt stärker in die Wirtschaft ein. Die Banken wurden kontrolliert, eine Behörde zur Börsenaufsicht wurde gegründet und man führte die Sozialversicherung zur Absicherung der Arbeiter und Angestellten ein.
Vor allem waren es aber die staatlichen Wohnungs- und Beschäftigungsprogramme, die über 9 Millionen Amerikanern ab 1935 wieder zu einer eigenen Wohnung und einer bezahlten Arbeit verhalfen.

Harry Belafonte: Banana Boat (Day-O) / Star-O (RCA) Besonders durch Pete Seeger und The Weavers wurde die Folkmusic in den 50er Jahren populär und kommerziell erfolgreich. Aber auch der afroamerikanische Schauspieler und Sänger Harry Belafonte ("Banana Boat (Day-O)", 1957) wurde durch seine Versionen karibischer Volkslieder zum Star.
Das Kingston Trio ("Tom Dooley", 1958) und andere Gruppen profitierten vom neu erwachten Interesse an der Volksmusik. Zusammen mit Veranstaltungen wie dem Newport Folk Festival weckten sie bis in die 60er Jahre das Interesse vieler Fans und Nachahmer.