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Bob Dylan (*24.05.1941)

Die Alben (Empfehlungen):

  • Bob Dylan (Columbia, 1962) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • The Freewheelin' Bob Dylan (Columbia, 1963) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • The Times They Are A-Changin' (Columbia, 1964) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Another Side Of Bob Dylan (Columbia, 1964) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Bringing It All Back Home (Columbia, 1965) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Highway 61 Revisited (Columbia, 1965) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Blonde On Blonde (Columbia, 1966) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • John Wesley Harding (Columbia, 1968) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Nashville Skyline (Columbia, 1969) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Blood On The Tracks (Columbia, 1975) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • The Basement Tapes (Columbia, 1975) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Desire (Columbia, 1976) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Slow Train Coming (Columbia, 1979) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Time Out Of Mind (Coulumbia, 1997) Wollen Sie diese CD kaufen?
  • Modern Times (Columbia, 2006) Wollen Sie diese CD kaufen?

Robert Allen Zimmerman, geboren in Duluth und aufgewachsen in Hibbing, Minnesota, träumte seit frühester Jugend von einem Leben jenseits seiner kleinstädtischen, vom Bergbau geprägten Heimat. Wie viele seiner Altersgenossen begeisterte er sich für Musik und war auch fest entschlossen, damit berühmt zu werden.
Das künstlerische Zentrum der USA lag jedoch nicht unbedingt in Minnesota. Weder die Countrymusic eines Hank Williams, noch der Rock 'N' Roll oder gar Blues und Folk spielten dort eine große Rolle.
1960 verließ der junge Mann also seine Familie, seine Heimat und die Universität in Minneapolis, änderte seinen Namen in Bob Dylan und zog gen Osten.
Im New Yorker Greenwich Village blühte zu dieser Zeit die neue Folkszene. Zahllose hoffnungsvolle junge Sängerinnen und Sänger träumten von einer Karriere wie sie die Weavers und das Kingston Trio vorgemacht hatten. Die meisten von ihnen mussten sich jedoch mit kleinen Auftritten und einem stilvollen Leben in Armut begnügen. Auch Dylan fand dort eine neue Heimat und ergatterte seinen ersten größeren Auftritt im Vorprogramm von John Lee Hooker.
Wie ein Schwamm hatte, der von frühen Blues-, Country- und Folk-Aufnahmen faszinierte, Dylan die verschiedenen Musikstile in sich aufgesogen. Für einen gerade mal 20jährigen war sein musikalisches Wissen beeindruckend. Dazu kam noch dieses enigmatisch künstlerische Auftreten, das er sich zugelegt hatte. Und in dieser Kombination sah der große Produzent von Columbia Records, John Hammond, das Potential für eine Karriere.

Bob Dylan (Columbia, 1962) Sein Debutalbum enthielt neben den Interpretationen verschiedener Blues-Klassiker von Jesse Fuller, Bukka White, Rev. Gary Davis und Blind Lemon Jefferson auch einige Eigenkompositionen. Darunter mit "Song To Woody" eine tiefe Verbeugung vor seinem Idol Woody Guthrie, den er persönlich im Krankenhaus besuchte. Das Album wurde kein sonderlicher Erfolg.
The Freewheelin' Bob Dylan (Columbia, 1963) Auch die Verkäufe des Nachfolgers The Freewheelin' Bob Dylan begannen im Frühjahr 1963 eher schleppend. Das Glück wollte es jedoch, dass sich das Folk-Trio Peter, Paul & Mary - gerade mit "If I Had A Hammer" und "Puff (The Magic Dragon)" zu Stars aufgestiegen - "Blowin' In The Wind" und "Don't Think Twice, It's Alright" für ihre nächsten Singles aussuchte. Diese Erfolge färbten auf Dylans eigene Platte ab. Er hatte seinen ersten Hit.
Nun konnte er tatsächlich von seiner Musik leben und hatte zudem seinen eigenen Stil gefunden. Schnell wurde er zum angesagtesten Songwriter der gesamten westlichen Welt, dem großen Poeten der Popmusik. Die Beatles bekannten sich als Dylan-Fans und Joan Baez, in den frühen 60er Jahren die Königin des Folk, bändelte sogar privat mit ihm an. Selbst in der Mode wurde Dylan zum Trendsetter. Zuerst seine Kappe (Donovan) und später sein Afro-Haarschnitt (Eric Clapton und Noel Redding) gingen um die Welt.

The Times They Are A-Changin' (Columbia, 1964) Als das Album The Freewheelin' Bob Dylan Anfang 1965 endlich die Spitze der britischen Charts eroberte, hatte der Künstler mit The Times They Are A-Changin' und Another Side Of Bob Dylan bereits zwei neue Alben veröffentlicht. Bei diesem Tempo hatte die wachsende Fangemeinde ihre liebe Mühe mitzuhalten.
Another Side Of Bob Dylan (Columbia, 1964) Alle, die sich gerade für seine politisch engagierten Folksongs begeistert hatten, wurden von ihrem Idol jetzt auf eine harte Probe gestellt. Zunächst widmete er sich auf Another Side persönlicheren Themen und präsentierte sich beim Newport Folk Festival schließlich sogar mit einer elektrifizierten Rockband (Michael Bloomfield, Al Kooper und andere Mitglieder der Butterfield Blues Band). Für einige im Publikum ein Sakrileg. Sie versuchten ihn von der Bühne zu buhen.
Dennoch wurde gerade 1965 zum "Dylan-Jahr". Er selbst veröffentlichte mit Bringing It All Back Home und Highway 61 Revisited gleich zwei seiner wichtigsten Alben. Und hatte mit "Subterranean Homesick Blues", "Like A Rolling Stone" und "Positively 4th Street" drei Hit-Singles. Dazu kamen noch die Hits von The Byrds ("Mr. Tambourine Man"), Cher ("All I Really Want To Do"), The Turtles ("It Ain't Me Babe") und The Wonder Who? ("Don't Think Twice") - alle aus Dylans Feder.
Aber nicht nur die Welt der Rockmusik verbeugte sich nun vor dem großen Songschreiber. Johnny Cash hatte mit seiner Version von "It Ain't Me Babe" (1965) einen Hit in den Countrymusic-Charts und beim R&B-Publikum punktete der junge Stevie Wonder mit "Blowin' In The Wind" (1966).

Blonde On Blonde (Columbia, 1966) Zusammen mit den Mitgliedern von Ronnie Hawkins ehemaliger Begleitband The Hawks, Robbie Robertson, Rick Danko, Garth Hudson, Richard Manuel und Levon Helm - bis auf Letzteren allesamt aus Kanada übergesiedelt und gemeinsam später als The Band bekannt - nahm Dylan 1966 das gefeierte Doppel-Album Blonde On Blonde auf. Trotz des Erfolgs wurde auch die anschließenden Tournee durch Großbritannien (die dortige Aufregung um Dylans Person und seine Musik war schon auf der letztjährigen Tour durch D.A. Pennebaker Film Don't Look Back dokumentiert worden) von den Unmutsäußerungen verärgerter Konzertbesucher begleitet. Nun beschwerten sich die enttäuschten britischen Folkfans lautstark über den "Ausverkauf".

The Basement Tapes (Columbia, 1975) Zurück in seiner Heimat überschattete dann plötzlich ein Ereignis jenseits der Musik Dylans Karriere. Ein schwerer Motorradunfall setzte ihn für mehr als ein Jahr außer Gefecht. Während dieser Zeit entstanden in der Abgeschiedenheit seines Wohnsitzes in Woodstock jene Aufnahmen mit The Band, die erst 1975 als The Basement Tapes offiziell veröffentlicht werden sollten.
Die Teilnahme an einem Gedenkkonzert für den mittlerweile verstorbenen Woody Guthrie in der New Yorker Carnegie Hall wurde 1968 zu seinem ersten Auftritt nach diesem Unfall. Nun wieder ohne The Band, die ihre eigene Karriere vorantrieben, meldete er sich mit seinem neuen Album John Wesley Harding offiziell zurück.

Nashville Skyline (Columbia, 1969) Dylan interessierte sich jetzt immer mehr für Countrymusic und holte sich für das Album Nashville Skyline (1969) Johnny Cash als Gast an Bord. Künstlerisch noch immer in Hochform, leistete nun auch Bob Dylan seinen Beitrag zur Wiederbelebung des friedlichen Miteinanders von Rock- und Countrymusik. Anders als bei den Byrds mit Sweetheart Of The Rodeo, Dillard & Clark oder den Flying Burrito Brothers, endete dieser musikalische Schulterschluss jedoch nicht im kommerziellen Desaster. Neben dem Album wurde auch die Single "Lay Lady Lay zum Hit.
Self Portrait (Columbia, 1970) Umso größer war der Aufschrei bei den Kritikern, als Dylan mit seinem nächsten Album Self Portrait nicht nur ein etwas durchwachsenes Werk vorlegte, sondern sich auch noch bei den anscheinend "geringeren" Songschreibern Gordon Lightfoot ("Early Mornin' Rain") und Paul Simon ("The Boxer") bediente. Genauso wie diese Doppel-LP war auch der Nachfolger New Morning wieder erfolgreich, doch zusammen mit der harschen Kritik, begann das öffentliche Interesse an seiner Musik langsam nachzulassen.
Neben der Musik suchte sich Dylan jetzt zunehmend andere Wege der künstlerischen Selbstverwirklichung. 1970 erschien der von ihm verfasste Roman Tarantula. Und in Sam Peckinpahs Film Pat Garrett And Billy The Kid versuchte er sich neben Kris Kristofferson und James Coburn als Schauspieler. (Zum Erfolg wurde jedoch vor allem das für den Soundtrack entstandene "Knockin' On Heaven's Door", 1973).
Für zwei Alben wechselte Dylan dann zu David Geffens Asylum Records. Das Unternehmer-Wunderkind Geffen hatte dort mit den Eagles und Jackson Browne nicht nur eine der angesagtesten und erfolgreichsten Plattenfirmen der frühen 70er geschaffen. Zu jener Zeit bot die Firma, neben Dylan, auch den wiedervereinten Byrds, Gene Clark, Joni Mitchell und Nachwuchstalent Tom Waits ein Zuhause.
Beim Album Planet Waves arbeitete Dylan wieder mit The Band zusammen und erklomm damit abermals die Spitze der amerikanischen Album-Charts. Nach dem gemeinsamen Live-Album Before The Flood kehrte er wieder zu seinem alten Arbeitgeber Columbia zurück.

Blood On The Tracks (Columbia, 1975) Als erste Platte der neuerlichen Zusammenarbeit mit der Plattenfirma erschien Anfang 1975 Blood On The Tracks. Schnell zählte das Album für viele Kritiker und Fans - 13 Jahre nach dem Beginn seiner Karriere - wieder zu seinen besten Arbeiten. Im selben Jahr begann die erste Rolling Thunder Revue-Tournee durch die USA, an deren Abschluss er ein Benefizkonzert für Rubin "Hurricane" Carter im New Yorker Madison Square Garden spielte. Dylans Song über den unschuldig zum Tode verurteilten Boxer ("Hurricane") erschien 1976 auf seinem neuen Album Desire, das auf eine ähnlich positive Resonanz stieß wie sein Vorgänger.
Es folgten das Live-Album Hard Rain, Ergebnis der fortgesetzten Rolling Thunder Revue, das 1978er Studioalbum Street Legal und das Album Bob Dylan At Budokan. Sie hielten Dylan zwar in Rampenlicht, hinterließen aber keinen sonderlich tiefen Eindruck.

Immer für eine Überraschung gut, präsentierte sich Dylan seinen Fans auf dem nächsten Album Slow Train Coming als Wiedergeborener Christ. Seine neue Religiosität zog auch in die Musik ein, schadete dem kommerziellen Erfolg des Albums jedoch nicht im Geringsten. Musikalisch unterstützt wurde er von Gastgitarrist Mark Knopfler, dem zuvor in den USA mit seinen Dire Straits der Durchbruch gelungen war. Seine Konzentration auf christliche Themen sollte sich erst nach den Alben Saved (1980) und Shot Of Love (1981) wieder etwas abschwächen.

Empire Burlesque (Columbia, 1985) Neben der textlichen Neuorientierung, war Dylan Anfang der 80er Jahre auch auf der Suche nach einem neuen Sound. So experimentierte er unter anderem mit dem Reggae - in seinem Fall personifiziert durch Sly Dunbar und Robbie Shakespeare.
Knocked Out Loaded (Columbia, 1986) Aber seine Wege kreuzten sich auch zunehmend mit denen von Tom Petty & The Heartbreakers. Petty unterstützte Dylan musikalisch bei den Aufnahmen zu Knocked Out Loaded und auf Tournee, der revanchierte sich bei Let Me Up (I've Had Enough) textlich. Damit wurde diese Zusammenarbeit zum Ausgangspunkt für das 1988er All-Star-Projekt Traveling Wilburys.
Hinter den Mitgliedern der Wilburys - Lucky (Bob Dylan), Charlie T., Jnr. (Tom Petty), Nelson (George Harrison), Otis (Jeff Lynne) und Lefty (Roy Orbison) - und ihrem fiktiven Lebenslauf verbarg sich die vielleicht prominentest besetzte Gruppe der Musikgeschichte. Jegliche übersteigerte Super Group-Erwartungen wurden von den völlig entspannt aufspielenden Stars im Keim erstickt, die das Publikum mit dem Charme einer gut gelaunten Feierabendband überzeugten. Die Wilburys veröffentlichten zwei Alben (Volume 1 und nach Orbisons Tod Volume 3).

Oh Mercy (Columbia, 1989) Dylans eigener kommerzieller (und manchmal auch kreativer) Abwärtstrend hatte sich währenddessen aber mit der 1988er Platte Down In The Groove fortgesetzt. Und als 1989 mit dem Live-Album Dylan & The Dead, das Ergebnis einer weiteren Zusammenarbeit zweier großer amerikanischer Musiklegenden (diesmal von Dylan und The Grateful Dead) erschien, waren zwar die Fans - nicht jedoch die Kritiker - begeistert. Für sein Solo-Album Oh Mercy erhielt Dylan noch im gleichen Jahr wieder freundlichere Kommentare. Der Nachfolger Under The Red Sky strotzte dafür wieder nur so vor Gastmusikern von David Crosby bis Slash (Guns N' Roses), überzeugte aber nicht.

Times Out Of Mind (Columbia, 1997) Erfolgreich konzentrierte sich Dylan dann Anfang der 90er Jahre, mit den Alben Good As I Been To You und World Gone Wrong, wieder auf seine Wurzeln im klassischen Folk und Blues. 1992 feierte er zusammen mit einem großen Star-Aufgebot sein 30jähriges Bühnenjubiläum und gastierte 1995 bei MTV Unplugged, der zur damaligen Zeit beliebtesten Plattform für mediale Comebacks.
Beständig auf Tour und in länger werdenden - aber regelmäßigen - Abständen mit neuen Aufnahmen blieb er weiterhin präsent. Mit fortschreitendem Alter stieg auch die Qualität seiner Alben wieder an. Time Out Of Mind (1997), Love And Theft (2001) und Modern Times (2006) wurden jeweils mit einem standesgemäßen "Das beste Dylan-Album seit..." begrüßt.
2003 zog es Dylan auch wieder zum Film. Diesmal übernahm er die auf ihn zugeschnittene Hauptrolle in dem etwas sonderbaren, aber mit zahlreichen Stars besetzten Masked And Anonymous.

Neben den "normalen" Fans prägen besonders die besessenen Archivare und Laien-Musikwissenschaftler das Bild von Dylans Anhängerschaft. Seit über 40 Jahren ist Bob Dylan nicht nur das Idol seiner Fans, er blieb auch stets das Ideal vieler Musikkritiker. Jedes Mal wenn er sich mit einer Tour, einer neuen oder einer wiederveröffentlichten Platte nähert, überschlagen sich die Autoren. Dabei wurde wohl kaum ein anderer Künstler im Laufe seiner Karriere mit so abseitigen Interviewfragen konfrontiert wie Dylan. Noch immer sind seine Texte das Objekt umfangreichster Subtexttiefenanalysen.
Der Sänger aus Hibbing, Minnesota ist längst eine Legende. Sein Mythos wächst weiter von Tag zu Tag.