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Die Countrymusic und der Rock 'N' Roll

Die Hits von Lefty Frizzell Lefty Frizzell, ein gebürtiger Texaner, wuchs in Arkansas auf. Als Songschreiber versuchte er 1950 den Einstieg ins Musikgeschäft. Zwar wollte "Little" Jimmy Dickens ("Hillbilly Fever", 1950) Frizzells "If You've Got The Money" nicht singen, dafür interessierte sich Columbia Records nun für seinen eigenen, neuen und weicheren Honky-Tonk-Gesangstil.
Schon mit den ersten Aufnahmen wurde er in Nashville zum Star und seine Auftritte und Platten erfreuten sich fortan großer Beliebtheit. Während sein Zeitgenosse Hank Williams jedoch schnell zu einer Ikone wurde, blieb Frizzells Status in der Musikgeschichte lange Zeit dahinter zurück. Das änderte sich in den 70er Jahren, als der neue Superstar Willie Nelson zuerst sein "If You've Got The Money (I've Got The Time)" 1975 wieder in einen Hit verwandelte und ihm dann mit To Lefty From Willie (1977) auch noch ein ganzes Album widmete.

Die Hits von Tennessee Ernie Ford Frizzells, ebenfalls äußerst erfolgreicher, Konkurrent Tennesse Ernie Ford trug seine Herkunft im Namen. 1955 machte er Merle Travis' "Sixteen Tons" endgültig zum Klassiker, mit dem dann sogar Freddy Quinn (als "Sie hieß Mary Ann") die deutsche Hitparade eroberte.
Ford hatte aber auch schon vorher durch seinen "Shot Gun Boogie", einige Duette mit Kay Starr ("I'll Never Be Free") und mit dem Titelsong zu River Of No Return (mit Marilyn Monroe und Robert Mitchum) auf sich aufmerksam gemacht.
Obwohl Langspielplatten in den 50er Jahre noch keine Selbstverständlichkeit waren, setzte sich Fords Bestseller-Album Hyms (1956) für mehr als zwei Jahre in den Charts fest. Seine Weihnachtsplatte The Star Control (1958) blieb zwar nicht einmal annähernd so lange in den Hitlisten, tauchte dafür aber bis Ende der 60er jedes Jahr wieder auf.
Auch in der bombastischsten Produktion konnte sein kräftiger Bariton bestehen. Damit, dass sie diese Fähigkeit manchmal überstrapazierten, taten die Verantwortlichen bei Capitol Records seinem Lebenswerk jedoch keinen Gefallen.

Das Zentrum der Countrymusic lag eindeutig in "Dixie", in den Bundesstaaten südlich der Mason-Dixon-Line. Dass aber auch viel weiter nördlich auf dem amerikanischen Kontinent erfolgreiche Musiker heranwachsen konnten, bewies ab 1949 der Aufstieg des jungen Kanadiers Hank Snow.

Marty Robbins: Gunfighter Ballads And Trail Songs (Columbia, 1959) Countrymusic hatte sich zu einem gewaltigen Markt, mit etablierten Vermarktungswegen und guten Einsatzmöglichkeiten im Radio entwickelt. Elvis Presley und auch die anderen weißen Vertreter des Rock 'N' Rolls hatten hier ihre Wurzeln. Sie nutzten gerne die Bühne, die ihnen die Countrymusic mit dem modernen Rockabilly bot. Die Wege von Rock 'N' Roll und Countrymusic sollten sich mit dem Beginn der 60er Jahre trennen. Doch bis dahin machten sich Elvis, Carl Perkins, Jerry Lee Lewis und die Everly Brothers auch beim Louisiana Hayride und in der Grand Ole Opry einen Namen.
Die "klassische" Countrymusic entwickelte sich ebenfalls weiter. Von dem neuen Countrymusic-Superstar George Jones nahm der Popmarkt kaum Notiz. Dafür konkurrierten der zu Columbia Records gewechselte Johnny Cash und sein Label-Kollege Marty Robbins ("El Paso", 1959) mit den Rock-'N'-Roll-Stars um die Spitzenpositionen der Popcharts. Wie Cash, war auch Robbins ein sehr erfolgreicher Album-Künstler. Seine Gunfighter Ballads And Trail Songs wurden 1959 zu einem Verkaufsschlager.
An dem Aufstieg so manches Sängers zum Superstar waren in großem Maße auch Nashvilles legendäre Studiomusiker beteiligt. Wie seinem Kollegen Chet Atkins ("Yakety Axe", 1965) war es dabei auch Floyd Cramer ("Last Date", 1960) unwichtig, ob er nun den Country-Stars Jim Reeves ("He'll Have To Go", 1959) und Patsy Cline ("Crazy", 1961) oder Elvis Presley ("Heartbreak Hotel", 1956) und Roy Orbison ("Only The Lonely", 1960) zusätzlichen Glanz verlieh. Diese Musiker legten den Grundstein des gefälligen, kommerziell äußerst erfolgreichen "Nashville-Sound". Ihr Arbeitgeber war auch der von Elvis Presley - RCA Victor.
Zweifellos gaben die Zweigstellen von Capitol, Columbia, Decca und RCA in Nashville den Ton an. Aber auch in der Music Row hatten diese Konzerne nicht das alleinige Monopol auf den Erfolg.

Die Countrymusic-Stars der 50er:

  • Patsy Cline ("Walkin' After Midnight", 1957)
  • Cowboy Copas ("Alabam/", 1960)
  • Tennessee Ernie Ford ("Sixteen Tons", 1955)
  • Don Gibson ("Oh Lonesome Me", 1958)
  • Bobby Helms ("My Special Angel", 1957)
  • Johnny Horton ("The Battle Of New Orleans", 1959)
  • Ferlin Husky ("Gone", 1957)
  • Stonewall Jackson ("Waterloo", 1959)
  • Hank Locklin ("Please Help Me From Falling", 1960)
  • Ned Miller ("From A Jack To A King", 1957)
  • Webb Pierce ("I Don't Care", 1955)
  • Ray Price ("Crazy Arms", 1956)
  • Marvin Rainwater ("Gonna Find Me A Bluebird", 1957)
  • Jim Reeves ("He'll Have To Go", 1960)
  • Marty Robbins ("A White Sport Coat (And A Pink Carnation)", 1957 und "El Paso", 1959)
  • Carl Smith ("Hey Joe!", 1953)
  • Conway Twitty ("It's Only Make Believe", 1958)
  • Kitty Wells ("Makin' Believe", 1955)
  • Faron Young ("Live Fast, Love Hard, Die Young", 1955)