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The Byrds
Die Alben:
- Mr. Tambourine Man (Columbia, 1965)
- Turn! Turn! Turn! (Columbia, 1965)
- Fifth Dimension (Columbia, 1966)
- Younger Than Yesterday (Columbia, 1967)
- The Notorious Byrd Brothers (Columbia, 1968)
- Sweetheart Of The Rodeo (Columbia, 1968)
- Dr. Byrds And Mr. Hyde (Columbia, 1969)
- Ballad Of Easy Rider (Columbia, 1969)
- Untitled (Columbia, 1970)
- Byrdmaniax (Columbia, 1971)
- Farther Along (Columbia, 1971)
- The Byrds (Asylum, 1973)
- Live At The Fillmore - February 1969 (Sony Music, 2000)
Weil der "Kulturimperialismus" Mitte der 60er Jahre noch keine rein amerikanische Angelegenheit war, überschwemmte im Gefolge des triumphalen Siegeszuges der Beatles vor allem britische Popmusik den amerikanischen Markt. Die große Zeit des Rock 'N' Roll war vorbei, die Teen-Idols auf dem absteigenden Ast, der Folk-Boom eine elitäre Angelegenheit für Studenten und welcher Heranwachsende an der Ostküste oder im Mittleren Westen besaß schon ein Surfbrett?
Nicht nur dass sie bei ihrer Namensgebung ählich frei mit der Rechtschreibung umgingen wie ihre Vorbilder, machte Roger McGuinn (James Joseph McGuinn III), Gene Clark, David Crosby (David Van Cortland), Chris Hillman und Michael Clarke zu Amerikas Antwort auf die Beatles.
Die Byrds waren nicht die bloße Kopie der erfolgreichen "British Invasion"-Bands. Durch McGuinns 12seitige Rickenbacker-Gitarre, ihre tiefe Verwurzelung in amerikanischer Folk- und Countrymusic und mit Bob Dylan als wohlgesonnenen Songlieferanten, war die Band endlich ein gleichwertiger Gegenpart.
McGuinn (The Limeliter), Clark (The New Christy Minstrels) und Hillman (The Hillmen) verfügten schon über einige Banderfahrung, als sie sich 1964 in Los Angeles mit David Crosby zuerst unter dem Namen Jet Set, dann The Beefeaters und schließlich als die Byrds zusammen taten.
Schnell stießen die Musiker bei den Verantwortlichen von Columbia Records auf Interesse. Ihre ersten Preflyte-Demos für die Firma, sollten später zu einem begeehrten Sammlerobjekt werden, doch erst einmal war es ihre Hitversion von Bob Dylans "Mr. Tambourine Man", die sie sofort an die Spitze der Charts katapultierte. Dabei stammten bei der Aufnahme nur McGuinns Gitarre und der Gesang von der Band, die eigentliche Musik stammte noch von Studiomusikern.
Dass die Gruppe jedoch keine gekünstelte Castingband war, sollten sie in den folgenden Jahren mit ihrem Stil prägenden Folk- und Countryrock auf zahlreichen Singles und Alben beweisen.
Auf den Erfolg der ersten Single folgte aber erstmal ein kleiner Rückschlag. Ihre Version von Dylans "All I Really Want To Do" erreichte zwar knapp die US-Top-40, verschwand kurz darauf aber auch wieder. Cher war mit dem gleichen Song zwei Wochen schneller gewesen.
Dann folgte Pete Seegers "Turn! Turn! Turn!" und als Könige des neuen Folk-Rock wurde die Band zu einem der wichtigsten Aushängeschilder der Musikszene an Amerikas Westküste. Der fröhlich-naive Pop der Anfangstage begann sich nun in einen komplexeren und stark an neuen Produktionstechniken orientierten Sound zu verwandeln. Während die Band auf ihrem dritten Album nicht nur die Welt der Hippies und Drogen, sondern auch den Weltraum für sich entdeckte, verließ Gene Clark die Gruppe, um seine eigenen Wege zu gehen.
Die Kreativität der verbleibenden Byrds erreichte während der Aufnahmen zu Younger Than Yesterday (1967) und The Notorious Byrds Brothers dennoch einen weiteren Höhepunkt. Zwischenmenschlich kriselte es bei ihnen - besonders zwischen Crosby und McGuinn - jedoch immer stärker.
Crosby verlor den bandinternen Zweikampf und zog schließlich in Richtung Crosby, Stills & Nash weiter. Für kurze Zeit kam Gründungsmitglied Gene Clark zurück, um Crosby zu ersetzen, doch sein Gastspiel dauerte nicht lange und auch Schlagzeuger Michael Clarke sollte ihm bald zu seiner neuen Band Dillard & Clark folgen.
Den Rest-Byrds blieb nur wenig Zeit, diese groß angelegte Umgruppierung der Band zu verkraften, denn noch im selben Jahr kam das, zusammen mit dem Neuling Gram Parsons eingespielte, Album Sweetheart Of The Rodeo auf den Markt. Kommerziell war die Veröffentlichung zwar ein ziemlicher Fehlschlag, von den ergebenen Fans wird diese Platte aber noch heute als Country-Rock-"Meisterwerk" gefeiert.
Die Umbruchphase war damit aber noch nicht beendet: Nach dem einzigen gemeinsamen Album verließ Parsons die Gruppe nicht nur schon wieder - schlimmer noch - er nahm für seine neue Band The Flying Burrito Brothers auch gleich noch Chris Hillman mit.
McGuinn fand zwar mit Gene Parsons und Clarence White wieder exzellenten Ersatz für seine ehemaligen Mitstreiter, doch war er nun das einzige verbliebene Originalmitglied der Band. Immerhin gab es an seiner Führungsrolle innerhalb der Gruppe jetzt keinen Zweifel mehr.
Mit "The Ballad Of Easy Rider" (1969) und "Chestnut Mare" (1970) meldeten sich die Byrds wieder erfolgreich zurück. Nach dem mäßigen Erfolg von Farther Along war jedoch vorerst endgültig Schluß. McGuinn begann eine Solokarriere.
1973 kam die Originalbesetzung der Gruppe noch einmal für ein künstlerisch durchwachsenes Album zusammen, ohne jedoch den Glanz vergangener Tage wieder aufleben lassen zu können.
Ob mit ihrer eigenen Musik oder durch ihren starken Einfluss auf nachfolgende Musikergenerationen von den Eagles und Tom Petty bis zu R.E.M. und den Teenage Fanclub, die Byrds gehöhren längst zu den großen Klassikern der Musikgeschichte. Noch heute kommt keine Liste mit "den besten Alben aller Zeiten" ohne eine ihrer Platten aus. |