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Blues

B.B. King (*16.09.1925)

Riley King, Cousin der Blueslegende Bukka White, pflückte als Jugendlicher noch Baumwolle in seiner Heimat Indianola, Mississippi bevor er mit seiner Gitarre "Lucille" als der "Beale Street Blues Boy" in Memphis, Tennessee berühmt wurde.
"Berühmt" hieß Anfang der 50er Jahre auch für ihn, Annerkennung von einem fast ausschließlich schwarzen Publikum. Künstler wie Fats Domino und Chuck Berry erreichten mit ihrem modernen Rock 'N' Roll zwar schon bald ein breites, "gemischtrassiges" Publikum. King blieb ein solcher Erfolg jedoch noch lange Zeit verwehrt. Seine Musik unterschied sich mit Orchester und Bläsern von dem sparsam instrumentierten Chicago Blues, für den sich bereits früher ein weißes Publikum finden ließ. Dennoch hatte King zahlreiche Hits in den R&B-Charts und füllte problemlos große Konzerthallen wie das Apollo Theatre in Harlem, New York.

Live At The Regal (1997, 1965 MCA Records)

Dass B.B. King später dennoch einem weltweiten Publikum bekannt werden sollte, lag an seiner viel beachteten, mitreißenden Live-Aufnahme "Live At The Regal". Die Aufnahme gilt bei vielen Kritikern als eine der besten Blues-Platten aller Zeiten. Michael Bloomfield, Gitarrist der Paul Butterfield Blues Band und von Electric Flag, gab King danach als sein Vorbild an.
Dieser neue Ruhm führte ihn zusammen mit den Stars der amerikanischen Rockszene sogar auf die Bühne von Bill Grahams Fillmore. Der endgültige Durchbruch gelang King dann 1970 mit dem Hit "The Thrill Is Gone". Zu diesem Zeitpunkt war er schon 45. Ähnlich wie Howlin' Wolf, Chuck Berry und andere Veteranen wurde auch er danach mit einen "In London"-Album durch seinen britischen Bewunderer (u.a. Alexis Korner, Ringo Starr und Steve Marriott) geehrt.

Während seine Berühmtheit in den folgenden Jahren weiter anwuchs, zeigte sich King nun zunehmend resistent gegen übertriebene Bescheidenheit. Seine früheren Konkurrenten zogen sich nach und nach immer mehr aus der Musikwelt zurück, verstarben oder gerieten einfach in Vergessenheit. Das Beileidstelegramm an die Familie des verstorbenen Elvis Presley, den "King of Rock 'N' Roll", unterzeichnete er 1977 schlicht mit: "B.B. King - King Of The Blues".

Zwar gingen auch Kings kommerzielle Erfolge mit den Jahren zurück, dennoch blieb er erfolgreich im Geschäft und entwickelte sich zu einem beliebten Empfänger zahlreicher Preise und Ehrungen.
1988 präsentierte sich King zusammen mit U2, auf deren vorläufigen Karrierehöhepunkt, im Dokumentar- und Konzertfilm Rattle And Hum (1988) und auf der begleitenden Platte wieder dem musikinteressierten Nachwuchs. Auf der Leinwand offenbarte er dabei seine Selbsteinschätzung: "I'm no good with chords. So what we do is: get somebody to play chords".

Auch in den 1990er und 2000er Jahren blieb King, beispielsweise durch seine Zusammenarbeit mit Eric Clapton, eines der bekanntesten Gesichter des Blues. 2005 verabschiedete sich der mittlerweile 80jährige schließlich mit einer großen Abschiedstournee endgültig von den Konzertbühnen der Welt. Ein Abschied, der ihm sichtlich schwerfiel.

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